Je teurer desto besser?

Internate


Internatsberatung
der AVIB gemn.e.V.

Burgblick 3    35327 Ulrichstein    Tel.: 06645 - 918789 

 



 
 
Internatsrankng:
Gibt es eine Bestenliste?
 
 
Ratsuchende Eltern stellen nicht selten die Frage nach einer Rankingliste der besten Internate, um sich bei der Internatsauswahl an objektiveren Informationen orientieren zu können.
 
In letzter Zeit kursieren im Internet zweifelhafte "Bestenlisten", in denen irgendwelche Personen, die von keiner Seite autorisiert sind und deren besondere Sachkunde oder Urteilsfähigkeit nicht näher belegt wird, eine Auswahl der angeblich renommiertesten Institute präsentieren.
 
Gewerbsmäßige Vermittlungsagenturen suggerieren gern die Gleichung: Teuer = renommiert = gut. Nicht ohne Eigennutz - denn ihre Vermittlungsprovisionen richten sich nach der Höhe der Pensionsgelder, die die Eltern pro Jahr für Unterricht, Kost und Logis in dem jeweils "empfohlenen" Institut berappen müssen.
 
Der unabhängige Internatsberater Peter Giersiepen hält dagegen:
"Kriterium für ein gutes und gut ausgestattetes Internat ist allerdings leider nicht der Preis, sondern der Wille zur konzeptionellen Konsequenz innerhalb der Internate sowie deren Träger. Die konsequente Umsetzung der hohen pädagogischen Ziele in Internaten wird für Eltern und Kinder nur dann erfahrbar, wenn die drei Fundamente eines Internats gleich stark ausgeprägt sind:
  • Eine motivierte Mitarbeiterschaft, die ein Klima von "Lernen wollen" und Teamarbeit fördert
  • Eine gute personelle sowie materielle Ausstattung,
  • Ein überzeugendes Konzept zur Förderung von Verantwortung in Schule, Internat."
Letztlich wird jedes Internat nur so gut sein wie die Schülerinnen und Schüler, die es gewinnen kann. Und die "Besten" schnappen die staatlichen Eliteinternate und Spezialschulen weg, die trotz familienfreundlicher Preise oft ein  mindestens ebenso edles Ambiente in Form altehrwürdiger Klöster und Schlösser vorzuweisen haben wie die hochpreisige private Konkurrenz.
 
Misst man die Qualität eines Internats allein an hohen fachlichen Anforderungen und einem entsprechenden Leistungsstand der Schüler, so haben die staatlichen Elite-internate ganz klar die Nase vorn (siehe unsere Seite "Eliteinternate" und folgenden Erfahrungs- bericht). Hochpreisige Internate, die ihren Elite-Status allein auf ihre soziale Exklusivität und das "Networking" ihrer Absolventen stützen, wirken im Vergleich oft geradezu kümmerlich. So erntet das in einer Luxus-Lifestile-Liste von "Welt online" (Slogan: die "WELT-besten") angepriesene (und mit ca. 30.000 Euro jährlich sehr teure) Landerziehungsheim Neubeuern im Hinblick auf den Leistungsstand seiner Schüler nur Hohn und Spott.
 
Überraschend ist, dass private Internatsschulen nicht einmal dann klar punkten können, wenn ein Ranking nur nach den äußeren Rahmenbedingungen des Lernens - d.h. unter Ausklammerung des Leistungsstands der SchülerInnen - erstellt wird (siehe hierzu unsere Seite). So finden sich unter den 100 besten deutschen Schulen des "Capital"- Rankings aus dem Jahr 2006 überwiegend staatliche Lehranstalten und Privatschulen  o h n e  Internat!
 
Wie wenig "gute Ausstattung" zudem mit guten Schülerleistungen zu tun hat, wird aus einem Leserkommentar zum Capital-Schulranking deutlich, der sich ausgerechnet auf eine der wenigen privaten Internatsschulen bezieht, die es in die Spitzengruppe des Rankings geschafft hatte: 
 
 "Ausstattung ist auch nicht alles
Heute morgen las ich in unserer Tageszeitung einem Bericht über diesen Vergleich und es wurde eine Schule hier in der Nähe hervorgehoben, die unter den ersten 5 zu finden ist. Es ist eine Privatschule mit Internat und es werden 2000 Euro monatliche Gebühren pro Schüler angegeben. Die Ausstattung ist hier wohl wirklich vom Feinsten. Aber zum Schluss des Artikels wird angegeben, dass die Schule im diesjährigen Mathewettbewerb der 8. Klassen den letzten Platz im Landkreis belegt  hätte. Da nutzt wohl die teuerste Ausstattung nichts.
Liebe Grüße
Tar-Miriel"

 
Objektiviert wird diese Einzelbeobachtung durch Ergebnisse von Studien der OECD  und der internatsionalen Unternehmensberatung McKinsey. Demnach erhöht sich der Leistungsstand der SchülerInnen nicht proportional zu den Bildungsausgaben oder der Verbesserung schulischer Rahmenbedingungen. Ob gegliedertes Schulwesen oder Einheitsschule, öffent- licher oder privater Schulträger, kleine Klassen oder größere usw. - ausschlaggebend ist laut McKinsey in erster Linie die Qualität des Lehrpersonals.
 
Gerechterweise sollte man hinzufügen: ...und die Qualität der SchülerInnen.  
Der Hauptgrund für das unbefriedigende schulische Niveau privater Internatsschulen liegt nämlich vor allem in der schlechten Schülerauswahl, die wiederum auch in den hohen Internatspreisen begründet ist. Die Zahl der Eltern, die sich Salem, Neubeuern oder ähnliche Luxusinternate leisten können, ist eben sehr begrenzt. Und ohne triftige Gründe investiert niemand bis zu 30.000 Euro in eine Leistung, die er an einer öffentlichen Tagesschule ganz ohne Zuzahlung oder an einer staatlichen Internatsschule zu einem Bruchteil dieser Kosten und dazu noch in teilweise besserer Qualität erhält.

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