Je teurer desto besser?

Internate


Der "Mythos Internat" -

Unrealistische Erwartungen führen zu falschen Entscheidungen!

"Schule scheint immer mit einer Tendenz zur Idealbildung verbunden zu sein. Sie soll das richtig und fehlerlos schaffen, wovon die Eltern selbst wissen, dass sie es nur ganz fehlerhaft verrichten können (LANGEVELD 1960)."
Was hier für Schule allgemein festgestellt wird, gilt - so die Bonner Kulturpsychologen Michael Ley und Herbert Fitzek in einer vielbeachteten Studie - erst recht für Internate:
 
"Für die psychologische Einschätzung der Erwartungen, mit denen wir es im Umfeld der Internate zu tun haben, scheint es erforderlich, den eigentümlichen Charakter der Elternwünsche überhaupt einmal zur Kenntnis zu nehmen. Was die Eltern äußern, das sind offenbar alles andere als vernünftige Überlegungen oder Erwartungen. Statt dessen stellen wir fest, dass die Eltern den Internaten sehr wirkmächtige Einflussnahmen zutrauen."
 
Die Erwartungshaltung der Mehrheit sog. "Internatseltern" ist weitgehend irrational und in sich widersprüchlich. Internate sollen einerseits hart durchgreifen und dafür sorgen, dass das "schwierige Kind" fleißig lernt und sich sozial angepasst verhält. Andererseits soll es sich im Internat wohl fühlen und möglichst viel "Spaß" haben. Der ehemalige Leiter der Schule Schloss Salem, Bernhard Bueb, schreibt in seiner Streitschrift "Lob der Disziplin" (Berlin 2006):
 
Als Leiter eines Internats konnte ich über Jahrzehnte beobachten, dass Eltern aus dem Ausland, wie etwa aus Frankreich, England oder China, von einem Internat erwarteten, dass ihr Kind eine gute Erziehung genießt. Es sollte sich auch wohlfühlen; wenn es das nicht tat, dann war das bedauerlich, aber nicht zu ändern.
Deutsche Eltern wollen natürlich auch eine gute Erziehung, aber vor allem soll sich das Kind wohlfühlen. Strenge Maßnahmen werden nur so lange akzeptiert, wie sie das Wohlgefühl des Kindes nicht stören. Deutsche Eltern geben schneller dem Drängen des Kindes nach, das Internat verlassen zu dürfen, wenn ihm zu viel Disziplin abverlangt wird.“
 
Tiefgreifende Veränderungen der Persönlichkeit und deutlich bessere Schulleistungen erwartet man bereits nach kürzester Zeit, ganz unabhängig davon, wie lange man zuvor charakterlichen und schulischen Fehlentwicklungen tatenlos zugesehen hat. Ganz selbstverständlich sieht man gute Zensuren und ein "runderneuertes Kind" als Bringschuld des Internats. Nicht die eigene Leistung steht im Vordergrund, sondern die "Dienstleistung" anderer. Schließlich bezahlt man dafür genügend Geld. Und bei allen Problemen, die der eigene Nachwuchs mitbringt (und die gern verschwiegen oder verdrängt werden), hat man wenig Verständnis dafür, dass die übrigen Internatsbewohner nicht ausschließlich Musterschüler und gute Vorbilder sind.
Gern möchte man von dem "guten Ruf" eines (vermeintlichen) Elite-Gymnasiums profitieren, weiß man doch eines ganz genau: "Auf Eliteinternate gehören nur die Besten - und die eigenen Kinder!" Wie es hinter den Kulissen der Nobelinstitute wirklich ausschaut, interessiert wenig. Hauptsache, man kann mit einem bekannten Namen renommieren.
 
Das Idealbild eines Großteils der Internatskundschaft ist das mächtige und prächtige  "Märchenschloss", natürlich mit viel Prominenz unter den Schülereltern bzw. ehemaligen SchülerInnen. Ley und Fitzek stellen hierzu fest:
 
"Die Eltern wünschen sich die Internate als möglichst wehrhafte Institutionen: mit hohen Mauern, dicken Türen, aber auch mit einer starken und respekteinflößenden Organisation im Hintergrund."
 
Hier sucht man das eigene Problemkind unterzubringen, damit die machtvolle Institution ihm den Respekt beibringe, den es bisher weder Eltern noch Lehrern gezollt hat; notfalls auch mit Unterstützung großzügiger Spenden, durch die gleich noch das Stipendium für einen leistungsfähigeren Aufnahmekandidaten mitfinanziert wird, um wenigstens ein mittelmßiges Anforderungsniveau der "Eliteschule" aufrecht zu erhalten. 
Die Übersteigerung der elterlichen Erwartungshaltung ins Märchenhafte sucht sich Symbole wie die gern als DAS deutsche Eliteinternat bezeichnete "Schule Schloss Salem":
 
„Ich behaupte immer, dass Salem die Schule in Deutschland ist, auf die das Volk seine Träume projiziert. Sie wollen gerne eine Schule haben, die diesen Ruf hat. Wir können unternehmen, was wir wollen, wir können dagegen reden, wir werden diesen Ruf nicht los, deswegen haben wir eines Tages gesagt, dann leben wir eben mit dem Ruf, es hat keinen Sinn dagegen anzugehen, Aber wir sind genauso für Reiche und Arme, wie andere Internatsschulen auch.“
Dr. Bernhard Bueb (ehemaliger Leiter Salems)
Quelle: NDR Info / Das Forum / 15.08.2002 Internate – Alternative oder Auslaufmodell?
Feature von Susanne Merkle und Hans Rubinich
 
Zu den Internatsmythen der Erwachsenen gesellen sich diejenigen der Kinder und Jugendlichen. Unter dem Titel "Die Magie der Internate" schreibt Yvonne Scheller in der Berliner Morgenpost:
 
"In Broschüren und auf Internetseiten preisen die Schulen ihre Vorzüge an. Meist sind es die Eltern, die sich so informieren. Die Vorstellungen der Sprösslinge sind eher literarisch geprägt.
Mit Harry Potter Quidditch spielen, es mit Trollen, Dementoren und Lord Voldemort aufnehmen und im verbotenen Wald auf Einhörner oder Zentauren treffen - davon träumen seit J.K. Rowlings erstem Potter-Abenteuer Scharen von Kindern. Nach ihrem Wunschinternat befragt, gäbe es demnach nur eine Antwort: Hogwarts.
Kein Wunder, oder? Schließlich steht auf dem Stundenplan statt Mathe oder Latein Verteidigung gegen die dunklen Künste, Zaubertränke oder Kräuterkunde - wobei es dann nicht um Petersilie oder Huflattich geht, sondern um bizarre Zauberpflanzen wie die Alraune, deren Schrei tödlich wirkt. Und welches Internat kann es mit einem Schlafsaal aufnehmen, der nur durch ein zum Leben erwecktes Gemälde betreten werden kann - sofern man zuvor seinen Weg durch verschlungene Gänge und Treppen gefunden hat, die je nach Lust und Laune die Richtung wechseln.
Doch die literarisch geprägte Faszination für Internate ist nicht neu. Hanni und Nanni, Dolly oder die Abenteuer auf Burg Schreckenstein haben Generationen von Kindern begeistert. Immerhin spielen die lustigen Zwillinge ihrer "Madame Fürchterlich" bereits seit den 60er Jahren in deutscher Sprache ihre Streiche. Erdacht hat sie Enid Blyton schon in den 40ern des letzten Jahrhunderts.
Der ultimative Klassiker aller Internatsgeschichten, Erich Kästners "Das fliegende Klassenzimmer", erschien gar schon 1933. Darin klärt Kästner seine jugendlichen Leser auf: "Wisst ihr denn auch alle, was ein Internat ist? Ein Internat ist eine Art Wohnschule. Man könnte ebenso sagen: eine Schülerkaserne." Kästner, der für die strenge Schulerziehung seiner Zeit nicht viel übrig hatte, schildert hier nicht gerade ein reizvolles Bild vom Internatsleben. Aber er transportiert daneben - ebenso wie die Autoren Enid Blyton und Oliver Hassencamp - eine Atmosphäre von Gemeinschaft und unverbrüchlicher Freundschaft, die auch heute noch ankommt. Haben die Protagonisten auch manchmal mit charakterlichen Schwächen zu kämpfen, die Internats-Werte-Gesellschaft zeigt ihnen den rechten Weg. Das ist auch bei aktuellerer Jugendliteratur der Fall. M. L. Jones begründet in "Neues aus Internat Hohenstein" Intrigen und einen Diebstahl mit einem zu großen Leistungsdruck und mangelnder väterlicher Liebe - was das Internat kompensieren könne. Aber es gibt noch einen weiteren Aspekt, der die Phantasie jugendlicher Leser anregt: Die Nacht ist nicht allein zum Schlafen da. Die Kunst, Kissen unter die Bettdecke zu stecken, um einen schlafenden Körper vorzutäuschen, beherrschen die Bewohner von Möwenfels oder Hohenstein ebenso wie Harry und Ron auf Hogwarts. Da braucht es nicht einmal schaurige, fackelbeleuchtete Gänge, in denen unheimliche magische Wesen auftauchen - oder der nicht minder schreckliche Professor Snape. Auch die modernen Flure in Hohenstein wirken nachts wunderbar gruselig: "Die sonst so hell erleuchteten Korridore waren in gespenstisch bleiches Mondlicht getaucht und erschienen plötzlich düster und bedrohlich." So eine Passage gehört in jede Internatsgeschichte, denn: Welches Abenteuer kommt ohne durch nächtliche Gänge huschende Kinder aus - egal ob auf dem Weg zu einem Mitternachtspicknick oder um einen Dieb zu stellen." 
 
Was hier noch den Charakter harmloser Internatsromantik zu tragen scheint, stellt sich in der Perspektive älterer "Internatler" schon ganz anders dar. Internate stehen für Party-Life, erotische Abenteuer, Drogen etc., aber nicht für diszipliniertes Lernen oder "Zucht und Ordnung" unter strenger Aufsicht, wie viele Eltern meinen. Hier einige Schülerberichte:
 
Beispiel 1:
„Jedoch sollte man jetzt nicht denken, dass Salem sehr konservativ oder gar steif ist! Konsequenz in der Erziehung: JA! Übertriebene Strenge: DEFINITIV NEIN!!!
Ich sage euch, ich habe noch nie, noch NIE vorher eine so große Gemeinschaft kennengelernt, die es schafft, so gut Feste zu organisieren und diese so intensiv zu feiern (und ich komme aus einer totalen Partystadt!)!! Feten stehen fast auf der Tagesordnung! Wenn die Schule eine Feier organisiert, dann kommt es schon mal vor, dass diese bis um halb 2 morgens geht. Wenn jedoch nichts ansteht, dann machen die Salemer ihre "Privatpartys": Auf den Zimmern treffen sich ein paar Schüler und es wird ordentlich getrunken, gegessen, gelacht...! WOW, schon beim Gedanken daran erfüllt mich dieses besondere Feeling! Ich könnte stundenlang von den grandiosen Partys erzählen! Natürlich gibt es auch Regeln in diesem Internat, und diese gelten immer und für alle, aber oft schafft man es, diese zu umgehen!“
                     Erfahrungsbericht von "SalemCollegeGirl" über Schloss Salem - Internatsschule 21. August 2003
 
Beispiel 2:
"Zugegeben, ich habe dort [in Louisenlund] nicht wirklich das beste Abitur gemacht. Habe viel zu früh und überhaupt das Rauchen angefangen – mit 16, weil’s fast jeder tat, eben cool war. Habe viel zu wenig kluge Bücher gelesen, weil Segeln so viel schöner war. Überhaupt gewöhnte man sich in vielen Dingen eine sehr lässige Art an, mit der man sich im späteren Leben nicht unbedingt sofort Freunde machte. Als Internatler sah man halt so manches wie auch z.B. Pünktlichkeit, Disziplin, Fleiß sehr, sehr „großzügig“.[...] So ein Internat ist ohne Frage eine Art Schlaraffia. (...) Da gab es Personal, das kochte und abwusch, [...] nette Frauen, die die Wäsche machten, sogar eine Putzfrau in jedem Haus. Da meckerte keiner: „Mach‘ dein Bett, räum‘ auf.“
Dagmar v. Taube: „Das Geheimnis Internat“. In: Welt am Sonntag vom 04.06.2000, S. 3
 
Beispiel 3:
"Ich kam im Alter von 14 Jahren nach Ising aufgrund zwei fünfer in meinem Zeugnis. Nach einem halben Jahr in Ising hatte ich daraufhin insgesamt acht fünfen, die ich zwar alle wieder wegbrachte, aber die Hoffnung vieler Eltern, ihre Kinder würden in Ising „zur Besinnung“ kommen und dazu gute Noten, möchte ich hiermit allgemein erst einmal zerschlagen!
Ebenso bin ich erst in Ising zu einem Konsumenten von Alkohol und Drogen geworden. Wie dies auf anderen Internaten gehandhabt wird, weiß ich nicht. Doch auch Drogentests unter 13-jährigen (2004) verliefen fast alle positiv... Wenn dazu die familiären Verhältnisse ebenso nicht stimmen, wird so etwas schnell zu einem Desaster, bei dem sich auch die Erzieher allesamt überfordert fühlen.
Auch die immer wieder neuen Schüler und vor allem die ständigen Verluste von Freundschaften (viele Schüler kommen aus ganz Deutschland und aus dem Ausland) waren für mich damals nicht wirklich angenehm."
      Aus: 5 Jahre Internatsleben in Ising Erfahrungsbericht von SaraMaria
über Schloss Ising - Internatsschule 13. Mai 2006
 
Beispiel 4:
Ich fand Salem schrecklich. Es war eine irgendwie hohle Disziplin. Der ganze Tag war strukturiert, aber der eigentliche Unterricht war chaotisch. Es gab wenig Hausaufgaben. Die Oberstufe gefiel mir besser, weil man näher an einer Stadt gewohnt hat und alles viel wohnlicher war. Aber dort haben viele Schule geschwänzt. Ich bin am Ende nur noch in jede zweite Stunde gegangen. Daran waren die Lehrer aber auch selbst Schuld. Oft wurde in den Stunden Kaffee getrunken oder man wurde in die Bibliothek geschickt. Die Lehrer waren eigentlich schon alle sehr engagiert, aber sie haben in Salem wohl so viel zu tun, dass sie den Unterricht nicht mehr richtig vorbereiten können. Es ging eigentlich die ganze Zeit nur um Party und saufen. Es gab nicht mal Klassenbücher, wie es sie an allen anderen Schulen gibt. Sie haben in der Oberstufe Leistungs- und Sozialrankings eingeführt. Bei den Sozialrankings werden Punkte auf jeden Schüler verteilt. Je nachdem wie viele Ämter derjenige hat. Es gab auch Schönes. z.B. das Spetzgarter Abendbrot. Mich hat geärgert, dass es so ein eingeschränktes Verständnis von "Sozial-Sein" war. Sozial ist wer gerne in einer Großgruppe mitmischt. Allerdings staune ich, wie viele von den anstrengendsten Schülern heute sehr karrierebewusst und fleißig studieren. Es war eigentlich nicht so, dass die Lehrer so streng waren. Weil in der Mittelstufe ein so strikter Tagesplan ist, wird man immer gehetzt und die Schüler treiben sich gegenseitig. Es ist dann auch oft wenig Verständnis da. Das liegt wohl daran, dass sie sich selbst auch an diese Regeln halten müssen.
Leserkommentar zu dem Beitrag "Unser Lehrer Doktor Bueb" in "DIE ZEIT" Nr. 40 vom 28.09.2006
 
Beispiel 5:
Antwort von Supersoft 25.07.2011
"Ich war 4 jahre auf einem internat und sage dir, zum chillen isses genial, wenn du aber vorhast gut in der schule zu sein, vergiss es! da wird einfach krass jeden abend party gemacht, randaliert, gekifft usw. also echt ma ich hatte auf nix schulisches mehr bock, einfach nur mit freunden scheiße gemacht xD hat übrigens 1500 euro im monat gekostet, war rausgeworfenes geld."
 
Beispiel 6:
“Ich war kein kleiner Loser mehr, sondern ein gefragter Ratgeber. Ich konnte alles besorgen. Ich hatte eine Machtstellung in meinem sozialen Umfeld.“ Paul erklärte seinen Freunden, wie sie ihre Dosis einteilen mussten, damit sie kein Herzrasen bekamen. Andere Ritalin-Kids erkundigten sich bei ihm nach Abnehmern, weil er ja die Älteren kannte, und er erklärte bereitwillig Preise und Vertriebswege. Der Markt war groß genug für alle. „Für Ritalin-Dealer sind Internate optimal. Es gibt enorm viele Verkäufer, die teilweise geschäftlich sehr naiv sind, es gibt enge Netzwerke über Geschwister und Ehemalige zu den Kunden an der Uni, und es gibt sehr lückenhafte Kontrollen. Ich würde wetten, es läuft überall so.“
Bis Paul das Internat verließ, wurde dort niemand beim Missbrauch von Methylphenidat erwischt. Er selbst musste gehen, weil man ihn mit Cannabis erwischte.
Aus: http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/ritalin-missbrauch-kinder-koks-dealer-11859175.html                                                                                                                                                                           
Fassen wir zusammen:
 
Falsche und widersprüchliche Erwartungen gegenüber Internaten, ein durch Mythen erzeugter Mangel an  Problem- bewusstsein sowie die weitreichende Unkenntnis pädagogischer Zusammenhänge  sind die größten Hindernisse bei der Auswahl des richtigen Internats. Wer von einem "Märchenschloss für Problemschüler" träumt, wer die Märchen von der Überlegenheit privater Schulen, kleiner Klassen und der angeblich so segensreichen Wirkung verplanter Tagesabläufe glaubt, wird kaum ein Institut finden, das bestehende Probleme wirklich löst, Defizite wirklich aufarbeitet.
 
Gefährlich ist die große Diskrepanz zwischen den Vorstellungen der Eltern und denjenigen ihrer Kinder. Dies ins- besondere deshalb, weil die Erwachsenen sich immer häufiger aus ihrer erzieherischen Verantwortung verabschieden und den Minderjährigen die Entscheidung überlassen, ob, wann und in welches Internat sie gehen wollen. Dies verstärkt die Tendenz, dass die Internatsauswahl erst recht nach irrationalen Kriterien erfolgt. Das Ergebnis sind eine hohe Abbrecherquote bis zu 30% (Giersiepen) und eine extreme Schülerfluktuation. Wie sagte ein Salemer Lehrer in einem NDR-Feature mit dem Titel "Internate - Alternative oder Auslaufmodell?" (Quelle: NDR Info/ Das Forum vom 15.08.2002):
 
„Es ist doch auffällig, dass doch - glaube ich - heutzutage, als Reflex auf die soziale Mobilität, aber auch als Widerspiegelung von inneren Veränderungen, die Verweildauer in Internaten kürzer ist. Schüler kommen und gehen. Es kommt auch vor, dass Schüler sagen , das ist der falsche Ort, oder ich komme hier nicht rein. Oder dass man auch sagen muss wir müssen uns trennen, der passt nicht rein, das ist auch in Klasse 12 nicht zu leisten, erzieherisch. Oder wir können das medizinisch nicht leisten im Falle einer Sucht. Am schlimmsten ist Magersucht, es kommt vor, dass man magersüchtige Mädchen wegschicken muss, weil wir halt kein Sanatorium sind, keine Heilanstalt. Ich denke das hat sich leider doch gesteigert, aber auch da sind Internate keine Inseln.
 U.Lange

 

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