Je teurer desto besser?

Internate


Auch schlechter Rat kann teuer sein!

 

Die Firmen nennen sich "Euro-Internatsberatung", "Töchter und Söhne", "SIB", "Intendu" oder wie auch immer und bieten ratlosen Müttern und Vätern Hilfe bei der Auswahl des richtigen Internats an. Dabei geben sie sich qualitätsbewusst und uneigennützig: Die besten Internate hätten sie schon aus der unübersichtlichen Fülle des Angebots herausgefiltert. Nun brauchten die Eltern nur noch zuzugreifen und sich aus bunten Katalogen das Beste und Schönste für ihr Kind auszusuchen.

 

 

Eine scheinbar bequeme Lösung für eine vielbeschäftigte Kundschaft, die alles hat - außer Ahnung und Zeit. Kaum jemand macht sich Gedanken darüber, dass die "Empfehlungen" der gewerbsmäigen Vermittlungsagenturen so uneigennützig und "objektiv" gar nicht sind. Denn hierbei geht es um viel Geld. Jede(r) SchülerIn, die auf Empfehlung einer Agentur in einem Internat angemeldet wird, bringt dieser Provisionen im fünfstelligen Bereich ein. Und gezahlt werden muss für jedes weitere Jahr, das der Aufnahme-kandidat in dem betreffenden Institut verbringt.  

 

 

Für die Ratsuchenden sind die guten Ratschläge der Vermittler nur scheinbar kostenfrei. Die Provisionszahlungen der Internate gehen natürlich in deren allgemeine Kostenkalkulation ein und führen so zu einer erheblichen Verteuerung der Internatskosten auch für diejenigen, die die Hilfe eines Internatsvermittlers gar nicht in Anspruch genom- men haben.

 

 

Die Internatsvermittler-Zunft hat sehr wesentlich dazu beigetragen, dass im Zusammenhang mit Internatserziehung kaum noch von  Pädagogik die Rede ist. Das Internat ver- kommt zum x-beliebigen, gegen Provision verhökerbaren "Produkt". Erfahrungen eines Internatsleiters:

 

" Ich telefoniere mit einem Internatsvermittler - er fragt: Was ist denn Ihr Profil? Ich hole aus und spreche von: Betreuungsnähe, Breite des AG-Angebots...
Er: Ja, aber Ihr Profil?
Ich: musische Akzente (Theater, Musik, Tanz), Sport-möglichkeiten (Nachmittagssport), Naturnähe, Besonder-heiten wie Griechisch...
Er: Ja, aber was kommt dabei heraus? Welcher Abiturs-schnitt, wieviele Studienstiftler, wieviele Studierende an renommierten Unis, welche prominenten Altschüler?
Bei mir fällt ein Groschen: Es geht um das 'Produktprofil'!"

 


 

Weitere Informationen:

Kampf um Schüler - Die Interessen der Internatsberatungen (FOCUS)

Internatsberatungen - und das Problem von Anspruch und Wirklichkeit (Peter Giersiepen)

 


  

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